Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
2025
Medizintechnik, Arzneimittel, Biotechnologie und digitale Gesundheitslösungen können Kosten im Gesundheitssystem reduzieren und damit zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung beitragen. Wie hoch das Potenzial ist, zeigt unsere Studie für den Bundesverband der deutschen Industrie (BDI).
Das deutsche Gesundheitssystem steht vor großen finanziellen Herausforderungen: Der demografische Wandel, steigende Gesundheitskosten und wirtschaftliche Unsicherheiten belasten die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Welche Rolle spielt dabei die industrielle Gesundheitswirtschaft (iGW), d. h. Arzneimittel, Medizintechnik, Biotechnologie und digitale Gesundheitslösungen (e-Health)?
Im Auftrag des BDI haben wir untersucht, wie die iGW durch Innovationen Kosten senken und die Qualität im Gesundheitswesen steigern kann. Hierfür haben wir die Effizienzpotenziale im Bereich der iGW analysiert und ihren Beitrag zur nachhaltigen Finanzierung der GKV quantifiziert.
Die Einsparpotenziale verteilen sich auf die Bereiche Medizintechnik, e-Health, Arzneimittel und Biotechnologie. Die größten Einsparungen ergeben sich in der Medizintechnik und durch mehr ambulante statt stationärer Leistungen. E-Health-Lösungen wie Telemedizin, Registersysteme und KI-gestützte Diagnostik versprechen ebenfalls erhebliche Effizienzgewinne. Im Bereich der Arzneimittel und Biotechnologie senken innovative Therapien, Biosimilars und personalisierte Medizin die Kosten.
Die betrachteten Einsparpotenziale, die sich direkt auf die GKV-Leistungsausgaben beziehen, betragen aktuell jährlich über 20,8 Milliarden Euro und steigen auf 47 Milliarden Euro in 2045. Die Studie modelliert die Potenziale in zwei Szenarien:
Neben den direkten Einsparungen zeigt die Studie die volkswirtschaftlichen Effekte von Gesundheitsinnovationen auf.
Diese Zahlen verdeutlichen: Investitionen in Gesundheitsinnovationen sind nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll und leisten einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems.
Für die Analyse quantifizierbarer Effizienzpotenziale im Bereich der iGW haben wir rund 80 Beispiele aus Forschung, Praxis und Literatur systematisch erfasst und bewertet. Davon wurden 21 Beispiele als hinreichend quantifizierbar eingestuft und als Basis für die Szenariorechnung zu den Effekten auf die GKV-Finanzierung verwendet. Die Szenariorechnung wurde mit dem Prognos Sozialversicherungsmodell OCCUR durchgeführt.
Zur Studie (PDF)
Mehr Informationen auf der BDI-Webseite
Projektteam: Dr. Oliver Ehrentraut, Markus Hoch, Paula Kostrzewa, Dr. Stefan Moog, Hannah Staab, Hauke Toborg, Frederick Vierhub-Lorenz
Stand: 04.11.2025
Senior Projektleiter
Partner, Direktor, Leitung der volkswirtschaftlichen Abteilung
Die Weltwirtschaft gerät zunehmend unter Druck. Unser Report für die vbw zeigt, wie Geopolitik, Demografie, Klimawandel und Technologie Bayern und Deutschland bis 2045 prägen.
In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt zeigen Dr. Michael Böhmer und Henning Vöpel, dass Deutschland nur mit mehr Wettbewerb auf einen höheren Wachstumspfad zurückkehren kann.
Wie steht es um die Innovationsintensität kleiner und mittlerer Unternehmen in Nord-rhein-Westfalen? Für das Wirtschaftsministerium NRW geben wir Impulse für eine Weiterentwicklung des nordrhein-westfälischen Innovationssystems.
Trotz wieder höherer Arbeitslosigkeit wird nicht Jobmangel, sondern Arbeitskräftemangel den Arbeitsmarkt prägen – vor allem getrieben durch die demografische Entwicklung. Die CEO.Table Kolumne im Juli von Dr. Michael Böhmer zu den Knappheitsverhältnissen am Arbeitsmarkt.
Wie stark beeinflusst die Bahn die Attraktivität von Standorten für Unternehmen und Bevölkerung? Das untersuchten wir im Auftrag das Deutschen Zentrums für Schie-nenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt.
Wie beeinflussen Investitionen in die Industriepolitik die regionale Entwicklung in Europa? Prognos analysiert, wie sich unterschiedliche strategische Ausrichtungen in der Industriepolitik auf die Regionen auswirken.
Wie stark prägt die Kölner Messe Wirtschaft und Beschäftigung in Köln und darüber hinaus? Im Auftrag der Koelnmesse GmbH hat Prognos analysiert, welche Effekte die Veranstaltungen auf Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und weitere wirtschaftliche Bereiche haben.
Wie beeinflussen Messen die regionale und gesamtdeutsche Wirtschaft? Das zeigt unsere Studienreihe im Auftrag des AUMA und einzelner Messestandorte.
Schon ein einziger Hitzetag kostet die deutsche Wirtschaft 431 Millionen Euro. Unsere Studie für das BMAS untersucht, wie präventiver, klimawandelgerechter Arbeitsschutz helfen kann, die Schäden einzudämmen.
Wie verändert sich der Arbeitsmarkt in Bayern bis 2035? Das haben wir im Auftrag der vbw für alle 96 Kreise und kreisfreien Städte untersucht.
Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.